Die Kino-Dokumentation über die Doors

 

am 01.07.2010 startete der Film in den deutschen Kinos. Wir waren am 30.06.2010 in Berlin dazu eingeladen, danke noch mal an Victoria!

der Zufall wollte es, das mein alter Freund Jürgen auch da war.

Kaum eine Band hat das Aufbegehren einer jungen Generation so verkörpert wie The Doors.
Ihre unverwechselbaren Sounds, ihr Wille zu bedingungsloser künstlerischer Freiheit,
ihr Hang zu den dunklen Seiten der Seele und Jim Morrisons Exzesse inspirierten Generationen
von Jugendlichen: cool, rebellisch, unsterblich. Fast 40 Jahre nach dem Tod des charismatischen
Rock-Poeten Jim Morrison hat die Band nichts von Ihrer Faszination eingebüßt.
Mit den bisher ungezeigten Kurzfilmen von Morrison und noch nie gesehenem Archivmaterial,
das die Doors auf der Bühne, hinter der Bühne und in privaten Momenten zeigte,
lässt der preisgekrönte Regisseur Tom DiCillo den Mythos „Doors“ wieder aufleben.
Erzähler dieser einzigartigen Geschichte der Popkultur ist der Schauspieler Johnny Depp.

wer Jim's HWY kennt, wird feststellen, wie gut das Filmmaterial bearbeitet wurde.

Die Bilder hier sind von der Blu-ray Version des Filmes

THE DOORS: WHEN YOU’RE STRANGE ist die erste Kino-Dokumentation über The Doors.
Sie erzählt die Geschichte der Band von den Anfängen am Strand von Venice Beach 1965 über
die sechs Studioalben (allesamt Meilensteine der Popmusik) bis zu Jim Morrisons Tod im Jahr 1971.
Um die Wahrheit vom Mythos zu unterscheiden, verzichtet Tom DiCillo – Kultregisseur („Living in Oblivion“)
und Kameravirtuose („Stranger than Paradise“) – auf Schauspieler und verlässt sich allein auf das
Archivmaterial. Dieses aber ist bereits so intim und dramatisch, dass Sprecher Johnny Depp kommentiert:
„Das hypnotisierende, bisher unveröffentlichte Material von Jim, John, Ray und Robby zu sehen,
hat mir das Gefühl gegeben, das alles noch einmal durch ihre Augen zu erleben."

„Das hypnotisierende, bisher unveröffentlichte Material von Jim, John, Ray und Robby zu sehen,
hat mir das gefühl gegeben, das alles noch einmal durch ihre Augen zu erleben“,
so Johnny Depp über die The Doors Doku.

Auch in Deutschland wird dieser knapp 90-minütige Film im englischen Original mit Untertiteln gezeigt.
Alles andere wäre unsinnig, schließlich handelt es sich um alte Aufnahmen von Morrison und seinen
Bandkollegen Robby Krieger, Ray Manzarek und John Densmore. Aus dem teils unveröffentlichten Material,
auch aus Kurzfilmen, die Morrison selbst drehte, formte DiCillo die tatsächlich erste Kinodokumentation
über die Band mit dem kurzen Leben und dem langen Nachhall. Dass er Fan ist, daraus macht der 56-Jährige
keinen Hehl. Eher stellt er die Frage, wer sich eine solche Arbeit machen sollte, wenn nicht ein Verehrer
Morrisons.

Auch wenn er sich fast ausschließlich ihm, dem Sänger widmet, beweist der Regisseur dennoch ein gutes
Gefühl dafür, seine Geschichte ausgewogen zu halten. Er spekuliert nicht, sondern wertet sein Material
im besten Sinne aus, präsentiert Fakten, erzählt nicht aus der hohlen Hand. Guten Geschmack beweist DiCillo
in jeder Hinsicht, denn es ist Johnny Depp, der als ernster Erzähler durch die bedacht arrangierten Bilder
führt und dabei - vielleicht ungewollt - dieselbe Erotik versprüht wie dereinst Jim Morrison.
Sein früher Tod machte Jim Morrison zur Legende - und The Doors gleich mit.
Sie verkauften Millionen. The Doors hatten als Band ein kurzes Leben.
Dennoch prägten sie die Musikgeschichte nachhaltig.
Erfreulicherweise kommen keine Stimmen und wichtigtuerischen Interviews aus der Jetztzeit dazu,
die die kurzweilige Doku in Richtung TV-Produktion gedrückt hätten.
Umso höher ist die künstlerische Leistung des früheren Kameramanns von
Jim Jarmusch („Stranger Than Paradise“, „Coffee And Cigarettes“) zu bewerten.
DiCillo inszenierte mit „Delirious“ und „Living In Oblivion“ - beide mit Steve Buscemi -
schon großartige Independentfilme, er weiß also, wie man eine Geschichte zusammenhält.
So verausgabt er sich keineswegs auf dem Sektor des optisch Reizvollen, sondern gibt sich hintergründig.
In groben Zügen weiß das Publikum von den Exzessen des früh verstorbenen Frontmanns.
Und genau für diese Menschen hat er die Doku gemacht. Sie füllt die Löcher mit gepflegtem Halbwissen,
lässt Platz für Notizen und eigene Interpretationen.

Jim Morrison stand für Rebellion in den 60er-Jahren, doch 45 Jahre später darf man auch begreifen:
wogegen eigentlich. Im Vorbeigehen macht DiCillo klar, wie unwichtig er künstlerisch war,
wie sehr diese Band auf ihn reduziert wurde. Wo soll man mit dem Vorwurf anfangen?
Bei den kreischenden Fans, der Hysterie, die einem gleichzeitig Schauer über den Rücken jagt?
Klar wird, dass dieser Mann nicht immer und immer wieder denselben Song singen wollte.
Das empfand er als langweilig, das ging für ihn nicht in Ordnung. Ein Gedanke, den heute niemand mehr
zu denken scheint.

 

The Doors: When You're Strange

Originaltitel: When You're Strange (Dokumentation, Musikfilm, USA 2009), 86 Minuten FSK 12


Darsteller

John Densmore, Robby Krieger, Ray Manzarek, Jim Morrison, uva.,
 

Stab

Regie: Tom DiCillo
Drehbuch: Tom DiCillo
Produktion: Peter Jankowski, John Beug, Jeff Jampol, Dick Wolf
 

Technische Angaben

Format: 35 mm / 1,85:1
Ton: Dolby Digital

 

 und hier noch der Trailer zum Film

 

 und hier noch ein Interview mit John

 

 und hier noch ein Interview mit Ray und Robby